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THEMEN


Human Capacity Development, Conflict Resolution, Cross-Cultural Management, Dezentralisierung, Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit, Ethnopsychologie, Identität, Mindsets, Soziale Kohäsion, Krisenprävention, Trainingsmethodologie, Wirkungsmonitoring, Diversität, Kulturwandel, Weltrisikogesellschaft, Wissensmanagement.




REGIONALEXPERTISE

1. Südostasien

Local Finance Management & Dezentralisierung in Indonesien (2009-2010)

Indonesien ist mit ca. 245 Millionen Einwohnern gemessen an der Bevölkerungszahl das viertgrößte Land der Welt. Seit 1999 wurde die Dezentralisierung des Inselstaates durch eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen vorangetrieben. Die systemischen Veränderungen erfordern zum einen das Monitoring der sozialen, ökonomischen und ökologischen Wirkungen und zum anderen ergibt sich ein immenser Fortbildungs-Bedarf der Akteure (Beamte, Policy-Maker, Städte & Dörfer).

LochTCR arbeitet vor Ort auf mit Forschern und Dozenten aus sechs Universitäten (Jakarta, Yogyakarta, Malang, Manado, Makassar, Padang) zusammen. Im Zentrum stehen Fragen lokalen Finanzmanagements und modernen Capacitybuildings, um landesweit die Human Resources für nachhaltige Dezentralisierung zu qualifizieren.


Die Dokumentation bedrohter Sprachen und Kulturen in Westpapua (2007-2009)

Die Insel Papua weist weltweit die meisten Sprachen auf; vielen der 250 ethno-linguistischen Gruppen Westpapuas droht der Verlust ihres intangiblen kulturellen Erbes. Mit substantieller Unterstützung der Volkswagenstiftung, und dem Max-Planck Instituts für Psycholinguistik, gelang es LochTCR zusammen mit Forschern der Universitas Papua Negeri und der Universität Münster, ein Center for Endangered Languages Documentation in Manokwari (Indonesien) aufzubauen.


Psychosoziale Rekonstruktion in Osttimor (2002-2005)

Wie verarbeiten Menschen seelisch ihre Dekonstruktionserfahrungen aus 24 Jahren Gewalt und Widerstand? Was hilft nach jahrelanger Traumatisierung? Welche traditionellen Rekonstruktionsformen werden von modernen Entwicklungshilfeprojekten nicht oder nur ungenügend gewürdigt? Sind Ordensschwestern die besseren Therapeuten?

Drei Jahre Forschung auf der Insel Osttimor und das Erlernen der Lokalsprache Tetum waren erforderlich, um diesen und ähnlichen Fragen nachzugehen.

Die theoretischen Antworten sind auf 560 Seiten der Monographie "Haus, Handy & Halleluja - Psychosoziale Rekonstruktion in Osttimor" (IKO Verlag, 2007) verdichtet. Insbesondere die Parallelen des Veränderungsmanagements in Entwicklungshilfe und indigener Therapie fanden international Beachtung.

Mithilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft war die Datenauswertung möglich; praktische und entwicklungspolitische Konsequenzen fanden späterhin Eingang in die osttimoresische Lehrerfortbildung (ICFP), in Leadership-Programme (Weltbank) und entwicklungspolitische Diskurse (AGEH, Misereor, InWEnt, BMZ).


2. Himalaya & Hindukusch

"Diagnostik in Trance": Traditionellen Heilerinnen im Kumaon (Nordindien, 1998)
Bei den so genannten Dangaria handelt sich um Frauen, die sich willentlich temporär in Trance versetzen und mit Techniken, die Parallelen zu westlichen Psychotherapien aufweisen, den Ratsuchenden bei der Elaborierung ihrer eigenen Lösungspotentiale helfen. Feldforschung usammen mit Dr. M. Kharkwal, University of Bairellly,

Zivil-militärische Zusammenarbeit in Afghanistan (2010)
Nach einem Beratereinsatz für Caritas International in Kabul (2005) stellten sich verstärkt Fragen zur zivilen Konfliktbearbeitung, die von LochTCR seit einigen Jahren regelmäßig mit Führungskräften der Bundeswehr diskutiert werden.

Die Akkulturationsdynamik Deutscher Entwicklungshelfer (Nepal, 1995)
Ein Kulturwechsel - sei er freiwillig als Entwicklungshelfer oder forciert als IDP - ist stets von kognitiven und emotionalen Prozessen begleitet, die sich auf individueller Ebene, aber auch in Gruppen beobachten lassen. Von der Psychogenese des Ausreiseentschlusses bis zur Akkulturation vor Ort ließen sich deutsche Entwicklungshelfer in Nepal über die Schuler schauen. (Diplomarbeit)

Gandhara-Kunst (Pakistan, 1992)
Warum sieht der Faltenwurf einer Buddha-Statue im Swat Tal denen einer griechischen Statue zum Verwechseln ähnlich? Schon Alexander der Große war bekanntlich bis zum Indus gekommen ... – während eines frühen ethnologischen Studienaufenthalts konnte diesen und ähnlichen Fragen vertieft nachgegangen werden.


3. Kulturvergleich (Schwerpunkt: ASEAN Region)

Mitarbeit in der kulturvergleichenden Werte-Forschung (mit Shalom Schwarz und Klaus Boehnke, 1994)

Visiting Scholar an der Research School for Asian and Pacific Studies (RSPAS) der Australian National University (2005)

Durchführung von Machbarkeitsstudien und entwicklungspolitischen Programmen in Burma (2004), Kuba (2007), Osttimor (2000-2010), Indonesien (2009-2010), China (2005), Mozambique (2010), Tansania (1998)

Vorträge und Teilnahme an den Konferenzen der International Association for Cross Cultural Psychology (1998- 2008)


EXPEDITIONEN & PROJEKTE


Film-Produktionen zur interkulturellen Kommunikation in Chiang Mai, Thailand (1999)

mit Unterstützung der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung

Im VOP-Studio, Chiang Mai, entstanden zahlreiche Filme zu typischen Critical Incidents in der Zusammenarbeit asiatischer und deutscher Kooperationspartner. Spätere Filmaufnahmen zur Interkulturellen Kommunikation in afrikanischen, orientalischen und südamerikanischen Kontexten folgten in der Deutschen Stiftung für Internationale Entwicklung.


Indigenes Wissen über Konflikt- & Emotionsregulation: Papua & Ostimor (2000, 2007)
mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Gegen Ende des Millenniums waren im insularen Südostasien zwei Regionen nur sehr schwer zugänglich: Kurz nach dem Rückzug der indonesischen Armee infolge eines UN-Unabhängigkeitsreferendums konnte man Osttimor nur in einem Flieger des World Food Programs erreichen; in die Krisenregionen Papuas kam man nur zu Fuß. Doch der Expeditionsaufwand lohnte sich: Emotions-Ausdrücke haben ein universales Repertoire – aber worüber man sich im Hochland von Papua ärgert oder was einen Timoresen traumatisiert, wird nur in einem kulturellen Kontext verständlich. Man muss hingehen, um die Menschen zu verstehen.


Action Research am Instituto Cathólico para Formação de Professores in Baucau, Osttimor (2002-2005)
mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe (AGEH) und Misereor

Ethnologen neigten längste Zeit dazu, über die Fremden zu forschen, statt mit den Menschen anderer Kulturen in einen Dialog zu treten, der gegenseitig inspiriert und Entwicklungsprozesse anstößt. In Osttimor bot sich nach der Unabhängigkeit des Landes die Möglichkeit, zusammen mit jungen lokalen Forschern nicht nur einzigartiges ethnographisches Material (z.B. über die Sakralhaus-Rekonstruktionen der Makassae) zu entdecken und die postkonfliktuösen Prozesse in Asiens least developed country (LCD) zu beobachten, sondern durch den Aufbau eines Lehrer-Ausbildungsinstituts (ICFP) einen nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung des Bildungswesen dieses Landes zu leisten.


Mit Schiffen, Bussen & Transsibirischer Eisenbahn vom Rand Südostasiens nach Paris (2005)
zusammen mit A. Muir, Monash University

Umwege erhöhen bekanntlich die Ortskenntnis. Und wer sein Ziel schnell erreichen will, sollte – so rät Konfuzius – langsam gehen. Nach drei Jahren in Osttimor erfolgte die Widerannäherung an Deutschland langsam via Indonesien, Malaysia, Thailand, Laos, Vietnam, China, Mongolei, Russland, Ost-Europa. Doch der Re-Entry-Shock angesichts der Euro-Einführung während längerer Abwesenheit blieb trotzdem nicht aus ...


Beschiffung des Mekong im eigenen Langboot, Laos/Cambodia (2001)
zusammen mit A. v. Törne

Die Stromschnellen unterhalb von Luang Prabang zwingen zu Respekt vor dem Mekong. Spätestens, beim Davonschwimmen des Steuerruders wurde klar: panta rei ...!!!


Im Landrover von Köln in den Himalaya (1994)
zusammen mit S. Schroeder

Da zu dieser Zeit Afghanistan unpassierbar war, bot es sich an, über die A3 Richtung Frankfurt zu fahren: ab Österreich dann den türkischen LKWs via Ungarn, Rumänien, Bulgarien nach Istanbul folgen. Ab dort dann zum Berg Ararat durchgefragt, dahinter in den Iran. Von hier aus ist die Strecke völlig unproblematisch: die alten Oasenstädte weisen den Weg bis nach Pakistan (über die Lorelai nach Quetta), dort den Indus rauf bis Lahore, rüber nach Indien und den Ganges entlang bis Varanasi. Ein Saddhu wies den Weg links hoch nach Kathmandu …

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